Prämenopausale Patientin mit ungünstigen Tumorcharakteristika*

Die 47-Jährige wurde mit Rückenschmerzen vorstellig und wies eine hohe Wachstumsfraktion sowie ausgedehnte Metastasierung in 2 Organsystemen auf. Erfahren Sie, welche Befunde zur Diagnose führten, und stimmen Sie aktiv ab, wie Sie die Behandlung gestalten würden.

Bisherige Befunde: Ausgedehnte Metastasierung in Knochen & Leber

Im Dezember 2020 wurde eine 47-jährige prämenopausale Patientin wegen seit mehreren Monaten andauernden, starken Rückenschmerzen in der Klinik vorstellig. Folgende Untersuchungen führten zur Diagnose (Abb. 1):

Abbildung 1: Befunde im Dezember 2020: A) 3,5 cm großes Mammakarzinom rechts B) Lebermetastasen C) Metastasensuspekte Herde im Bereich der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, der Scapula, des Os sakrums, des linksseitigen Femurs und des Femurkopfes beidseits.

Diagnose & erster Therapieansatz

Bei der 47-Jährigen wird ein primär ossär und hepatisch metastasiertes Mammakarzinom rechts diagnostiziert:

Aufgrund der lokalen Schmerzsymptomatik, drohender Frakturgefahr sowie drohender neurologischer Kompressionssyndrome erhielt die Patientin von Dezember 2020 bis Januar 2021 eine palliative Radiotherapie an Halswirbelkörper (HWK) 7 bis BWK 2 sowie LWK 3-5 mit jeweils 35 Gy.

Was meinen Sie: Ist bei der 47-Jährigen eine Chemotherapie indiziert? Sollte eine osteoprotektive Therapie erfolgen? 

Welche Behandlung noch während der Radiotherapie eingeführt wurde, erfahren Sie in Teil 2 der Kasuistik:

* In prospektiven und retrospektiven Subgruppenanalysen zu den Zulassungsstudien MONARCH 2 und 3 wurden folgende Krankheitsmerkmale als prognostisch ungünstige Faktoren identifiziert: Lebermetastasen, PgR-negativ, hohes Tumorgrading oder kurzes therapiefreies Intervall (TFI < 36 Monate).1


Quelle

  1. Di Leo A et al. Prognostic characteristics in hormone receptor-positive advanced breast cancer and characterization of abemaciclib efficacy. NPJ Breast Cancer. 2018;4:41.
PP-AL-DE-2124