axSpA-Therapie: Fokus auf TNFi und IL-17i

Die aktuelle ASAS-EULAR Leitlinie empfiehlt neben TNF-Inhibitoren auch IL-17-Inhibitoren als gleichwertige First-Line-Biologika. Lesen Sie, wie Rheumatolog:innen eine wirksame individuelle axSpA-Therapie gestalten können und welche Rolle der CRP-Wert dabei spielt.

Erweitertes Behandlungsspektrum bei axSpA

In Deutschland leiden über eine halbe Million Menschen an axialer Spondyloarthritis° (axSpA).2 Die Behandlungsoptionen bei dieser chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankung haben in den letzten Jahren bedeutend zugenommen: Lange standen Betroffenen, die unzureichend auf NSAR ansprachen, nur Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNFi) zur Verfügung.

Inzwischen erweitern Interleukin-17-Inhibitoren (IL-17i) und Januskinase-Inhibitoren (JAKi) das Therapiespektrum und gelten als vielversprechende Alternativen, wenn die aktuelle Therapie nicht zum Erfolg führt.1

Unabhängig davon, welchen Ansatz Rheumatolog:innen verfolgen, ist es wichtig, dass die Wahl des Therapeutikums immer individuell und gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten getroffen wird (Shared Decision Making).1 Es gilt hier, wissenschaftliche Evidenz mit den persönlichen Vorlieben und Verträglichkeiten der Betroffenen unter einen Hut zu bringen, um eine bestmögliche Adhärenz zu erreichen. Aktuelle Leitlinien können dabei Hilfestellung leisten.

Was empfehlen die Leitlinien?

Die gemeinsamen Empfehlungen von ASAS und EULAR zur Behandlung von axSpA wurden zuletzt 2022 auf den neuesten Stand gebracht. Von den 15 Empfehlungen wurden zwei Empfehlungen signifikant geändert.1

Empfehlung 9:

Empfehlung 12:

Die Änderung hier ist eine Folge der Aktualisierung von Empfehlung 9:


Abb. 1. Auszug aus den ASAS-EULAR-Empfehlungen (Update aus dem Jahr 2022) zur Behandlung von axSpA. Modifiziert nach Ramiro S, 2023.1

Entscheidungshilfen bei der Therapiewahl: TNFi oder IL-17i?

Wie im Auszug der Empfehlung 9 erwähnt, ist ein erhöhterCRP-Wert der stärkste Prädiktor für ein gutes Ansprechen auf eine Therapie mit TNFi. Jedoch ist bei ca. 50 % der r-axSpA-Patient:innen der CRP-Wert trotz aktivem Krankheitsgeschehen nicht erhöht.3

Dieser Teil der Patient:innen mit einem normalen CRP-Wert spricht laut Studien weniger gut auf TNFi an als Patient:innen mit einem erhöhten CRP-Wert.4,5

Lesen Sie hier mehr zum Thema CRP-Wert als Prädiktor.

Allerdings konnte in sechs verschiedenen Studien auch gezeigt werden, dass ein Ansprechen auf IL-17i unabhängig vom CRP-Level ist.6

Ein Vertreter der IL-17-Inhibitoren ist der IL-17Ai Taltz® (Ixekizumab°). Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Taltz® bei erhöhtem UND bei normalem CRP-Wert wirksam in der Behandlung von axSpA ist:7,8 Rückenschmerzen und Krankheitsaktivität besserten sich schnell und langanhaltend. 3 von 4 Betroffenen waren auch nach 3 Jahren noch in Remission.9

In diesem Video beschreibt Dr. Victoria Navarro-Compán, Rheumatologin aus Madrid, die Relevanz des CRP-Wertes für die Therapiewahl:

Fazit:

Lesen Sie demnächst hier im Infocenter aktuelle Daten zur radiografischen Progression bei axSpA.

Fußnoten

° Axiale Spondyloarthritis (axSpA): Ankylosierende Spondylitis (röntgenologische axiale Spondyloarthritis): Taltz® (Ixekizumab) ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver röntgenologischer axialer Spondyloarthritis (r-axSpA), die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA): Taltz® (Ixekizumab) ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis mit objektiven Anzeichen einer Entzündung, nachgewiesen durch erhöhtes C-reaktives Protein und/oder Magnetresonanztomographie, die unzureichend auf nichtsteroidale Antirheumatika angesprochen haben.

a ASDAS: Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score

Abkürzungen

NSAR: Nichtsteroidale Antirheumatika
ASAS: Assessment of Spondyloarthritis International Society
EULAR: European Alliance of Associations for Rheumatology
bDMARD: biologisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum
tsDMARD: zielgerichtetes synthetisches krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum

Quellen

  1. Ramiro S, et al. Ann Rheum Dis 2023:82:19–34.
  2. Fraunhofer CIMD: Künstliche Intelligenz zur Diagnoseunterstützung (zuletzt aufgerufen am 18.02.2025).
  3. Poddubnyy DA, et al. Ann Rheum Dis 2010;69:1338–41.
  4. Rudwaleit M, et al. Ann Rheum Dis 2004;63:665–70.
  5. Vastesaeger N, et al. Ann Rheum Dis 2011;70:973–34.
  6. Goupille P, Wendling D. Joint Bone Spine 2024;91:105662.
  7. Maksymowych WP, et al. Rheumatol 2022;61:4324–34.
  8. Zou H, et al. Ann Rheum Dis 2024;83 (Suppl 1):1763–64.
  9. Deodhar A, et al. J Rheumatol 2023;50(8):1020–1028.

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