Die Rheuma-Reihe: Rheuma und Haut

Bei rheumatischen Erkrankungen bestehen oft komplexe Zusammenhänge zwischen Entzündungen und den Organen. Warum die Haut häufig in Mitleidenschaft gezogen wird und warum eine ganzheitliche Betrachtung in der Therapie entscheidend ist, erfahren Sie hier.

Viele rheumatische Erkrankungen können mit Hautmanifestationen einhergehen1, weshalb es viele interdisziplinäre Überschneidungen zwischen Rheumatologie und Dermatologie gibt. Eine der namensgebenden Hautmanifestationen bei rheumatischen Erkrankungen ist die Psoriasis-Arthritis (PsA). Wir geben Ihnen einen Überblick, wie diese Hautmanifestationen auftreten und warum sie oft eine zentrale Rolle in der Diagnose und Behandlung von rheumatischen Erkrankungen spielen.

Mit Haut und Haar und Nagel

Die Psoriasis (PsO) ist eine chronisch-entzündliche, immunvermittelte Hauterkrankung, die durch erythematöse, schuppende Plaques gekennzeichnet ist. Häufig sind auch die Kopfhaut und Nägel betroffen.2 Von den PsO-Patient:innen entwickeln ca. 30 % eine PsA3, insbesondere solche mit schwerer Psoriasis oder Nagel- und Kopfhautbeteiligung.4 Bei diesen Betroffenen ist das Hauptziel der Behandlung die Maximierung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, u. a. durch Kontrolle der Symptome und Verhinderung struktureller Schäden. Hierfür ist es besonders wichtig, die chronischen Entzündungsprozesse zu stoppen.5

Neben der namensgebenden Psoriasis spielen Hauterkrankungen auch bei der rheumatoiden Arthritis (RA) und der axialen Spondyloarthritis (axSpA) eine Rolle. Obwohl die RA häufig als „Gelenkerkrankung“ angesehen wird, können aufgrund der systemischen Entzündung mannigfaltige Hautmanifestationen als Begleiterkrankungen auftreten6,7 (Tab. 1). Im Zusammenhang mit einer etablierten axSpA tritt bei Patient:innen häufig Psoriasis auf.8

Tab. 1. Mögliche Hautveränderungen bei rheumatoider Arthritis9 (kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Hautnah

Treten Hauterkrankungen im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen auf, können diese als klinische Indikatoren für den Schweregrad und die Aktivität der Erkrankung dienen und so bei Behandlungsentscheidungen und der Patient:innen-Betreuung helfen.7 Für die betreuenden Ärzt:innen ist es daher unerlässlich, die kutanen Merkmale der Erkrankungen zu kennen und von anderen abzugrenzen. Die Diagnose und Behandlung erfordern daher ein gründliches und systematisches Vorgehen. Durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, detaillierter Anamnese und speziellen Labortests können die entsprechenden Ärzt:innen die Hautmanifestationen genau diagnostizieren und behandeln, um den Patient:innen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Fazit

Quellen

  1. Habibullah T, Habibullah A, Simsim R. 2021. In: Almoallim H, Cheikh M, editors. Skills in Rheumatology [Internet]. Singapore: Springer; 2021. Chapter 15.
  2. Boehncke WH, Schön MP. Psoriasis. Lancet. 2015;386(9997):983-94.
  3. Ritchlin CT, Colbert RA, Gladman DD. N Engl J Med. 2017;376(10):957-970.
  4. Alinaghi F, et al. J Am Acad Dermatol. 2019;80(1):251-265.e19.
  5. Gossec L, et al. Ann Rheum Dis. 2020;79(6):700-712.
  6. Hata T, Kavanaugh A. Clin Dermatol. 2006;24(5):430-7.
  7. Diaz MJ, et al. J Pers Med. 2023;13(10):1479.
  8. Lucasson F, et al. RMD Open. 2022;8(1):e001986.
  9. Rheumatoide Arthritis Hauterkrankungen - Altmeyers Enzyklopädie - Fachbereich Innere Medizin (zuletzt aufgerufen am 02.12.2024).

PP-AU-DE-2444