JAKi-Therapie im Praxisalltag: Remission und Zunahme der Knochendichte bei therapierefraktärer RA
Ein Fallbeispiel des Universitätsklinikums Erlangen unterstreicht die Wirksamkeit des JAK-Inhibitors (JAKi) Baricitinib (Olumiant<sup>®</sup>*). Innerhalb von vier Jahren hat die Knochendichte konstant zugenommen und die Schmerzen gingen komplett zurück. Erfahren Sie mehr zur Kasuistik und der Rolle von Baricitinib bei der Förderung der Knochengesundheit.
Die 52-wöchige prospektive, einarmige, unverblindete, monozentrische Real-World-Studie BAREBONE untersuchte die Wirkung von Baricitinib (Olumiant®*) auf Knocheneigenschaften bei 30 Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver RA.1 Das folgende Fallbeispiel+ zeigt die kontinuierliche Krankheitsverbesserung beim Patienten Simon, der an der einjährigen Studie teilnahm und über einen Gesamtzeitraum von vier Jahren beobachtet wurde.
Häufig im Praxisalltag: progressive, therapierefraktäre RA
Der heute 60 Jahre alte Patient erhielt seine Erstdiagnose RA im Jahr 2017. Trotz Behandlung mit Methotrexat (MTX) in Kombination mit Leflunomid schritt die Erkrankung des Handwerkers in den kommenden zwei Jahren fort. Simon litt an starken Schmerzen, bedingt durch ausgeprägte Synovitis an multiplen Gelenken.
2019 wurde Simons Therapie im Rahmen der Studie auf den JAK-Inhibitor Baricitinib (Olumiant®) umgestellt. Ziel war es, das Fortschreiten seiner Erkrankung zu stoppen, die schwere Entzündung einzudämmen und die Knochenfunktion zu verbessern. Vor Start der Therapie hatte Simon 14 geschwollene und 22 druckempfindliche Gelenke. Die Schmerzen lagen laut VAS-Skala (0‒100 mm) bei 84. Der CRP-Wert betrug 7,9 mg/l und die Knochenmineraldichte 296,8 mg/HA cm3. (Abb.1)
Remission und vollständige Schmerzlinderung unter JAK-Inhibitor
Nach einem Jahr unter Therapie mit Baricitinib waren der Gelenkstatus des Patienten unauffällig, der Entzündungswert deutlich reduziert und er berichtete nur noch von sehr geringen Schmerzen (VAS 9 mm). Gemessen anhand des DAS28-Wertes erreichte Simon nach 52 Wochen eine Remission (DAS28: 2,19). Über den Beobachtungszeitraum von vier Jahren lösten sich die Gelenksymptome vollständig auf und auch die Schmerzen gingen komplett zurück. (Abb. 1) Dies bestätigt die Erfahrung aus Langzeitstudien mit Baricitinib, die Remissionsdaten von bis zu 7 Jahren bereitstellen.2

Abb. 1: Entwicklung zentraler Messparameter des Patienten Simon über den Beobachtungszeitraum
von 4 Jahren.
Konsistente Verbesserung von Knochenstruktur und -masse
Darüber hinaus verbesserte sich die Knochenfunktionalität unter Therapie mit Baricitinib deutlich. Die Werte für die Knochensteifigkeit und Bruchlast hatten sich erhöht, ein funktioneller Abbau war nicht mehr messbar. In den Jahren 2022 und 2023 wurden im Rahmen der Routinebehandlung weitere HR-pQCT-Kontrollen durchgeführt. Innerhalb von vier Jahren nahm die Knochendichte konstant um insgesamt 57,7 mg/HA cm³ zu und betrug bei der letzten Messung
354,5 mg/HA cm3. (Abb. 2)
Diese Ergebnisse korrelieren mit den Ergebnissen der BAREBONE-Studie. Unter Baricitinib verbesserten sich die geschätzte Bruchlast und die Knochensteifigkeit gegenüber Baseline signifikant und gleichzeitig verringerte sich die kortikale Porosität.1 Die Entzündungsmarker CRP und ESP nahmen schnell ab und normalisierten sich unter Baricitinib bis Woche 24. Bis Woche 52 reduzierten sich die Schmerzen (VAS 0‒100 mm) und es verbesserte sich die physische Funktion (HAQ-Score) bis Woche 52.1 Lesen hier Sie alle Details zur BAREBONE-Studie.

Abb. 2: Fallbeispiel Simon aus der BAREBONE-Studie: Verbesserung des mineralischen Gehalts der Knochensubstanz der Speiche innerhalb von vier Jahren unter Therapie mit Baricitinib.
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* Olumiant® wird angewendet zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Olumiant® kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden.
+ Die Daten bestehen aus authentischen, anonymisierten Angaben für einen Teilnehmer an der BAREBONE-Studie und wurden mit Zustimmung des Universitätsklinikums Erlangen zur Verfügung gestellt.
& FAPI-PET CT = Fibroblast Activation Protein Inhibitor Positronen-Emissions-Tomographie Chromatographie
JAK: Januskinasen
CRP: c-reaktives Protein
HA: Hydroxylapatit
RA: Rheumatoide Arthritis
VAS: visuelle Analogskala.
MTX: Methotrexat
HR-pQCT: Hochauflösende periphere, quantitative Computertomographie
- Simon D, et al. Arthritis Rheumatol 2023;75:1923‒1934
- CaporaliR, et al. Rheumatology(Oxford) 2024;63:2799‒
PP-BA-DE-4762