Junge Patientin mit großem, aggressivem Primärtumor
Bereits im frühen Stadium ist die Prognose bei der 35-Jährigen aufgrund des aggressiven Tumors ungünstig. Wie würden Sie beim späteren Rückfall behandeln?
Erstdiagnose und Primärtherapie im Überblick
Die Tumorformel im Mai 2014 lautete:
- pT2 (34 mm) cN0 L0 V0 cM0 G3
- Estrogenrezeptor-positiv (ER+) 90 %, Progesteronrezeptor-positiv (PR+) 70 %, HER2-, Ki-67 60 %
Folgende Behandlung wurde durchgeführt:
- Brusterhaltende Operation sowie sekundäre Nachresektion (eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie wurde von der Patientin jedoch abgelehnt)
- Adjuvante Chemotherapie mit 4x Epirubicin/Cyclophosphamid alle 3 Wochen und 12x Paclitaxel 1x wöchentlich
- Bestrahlung der Brust links, 50,4 Gy, integrierter Boost bis 58,8 Gy; Lymphabflusswege und Axilla bis 50,4 Gy vom 09.12.2014 bis 20.01.2015
- Adjuvante endokrine Therapie (ET) mit Tamoxifen, Beginn im Februar 2015
Erste Behandlung des Rezidivs
Im Rahmen der Nachsorge wurden im September 2019 multiple Fernmetastasen diagnostiziert (zerebral, ossär, pulmonal, in Pankreas und Nebenniere):
- Die zerebrale Läsion rechts präzentral wurde reseziert; pathologisch wurde hier eine Metastasierung des Mammakarzinoms bestätigt: > 95 % der Tumorzellen waren ER+, PR-, HER2-
- Dies galt auch für die Biopsie einer pulmonalen Metastase: ER+ 90 %, PR-, HER2-, Ki-67 35 %
Daraufhin erfolgte eine Ganzhirnbestrahlung sowie Bestrahlung der Brustwirbelkörper 9-11 bis November 2019.
Was meinen Sie: Ist bei der 35-Jährigen eine Chemotherapie indiziert? Sollte wieder eine antihormonelle Therapie erfolgen? Stimmen Sie in der nachfolgenden Umfrage ab und sehen Sie, wie Ihre Kolleg:innen entscheiden.
Für welche systemische Therapie sich die interdisziplinäre Tumorkonferenz entschieden hat, erfahren Sie in Teil 2 der Kasuistik:
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PP-AL-DE-2767