Fallauflösung: Keine Fernmetastasen mehr erkennbar
Unter der Therapie mit Abemaciclib (Verzenios<sup>®</sup>)<sup>#,1</sup> in Kombination mit Letrozol bildeten sich sowohl das Lokalrezidiv als auch die Lungenfiliae bei der 61-Jährigen zurück. Sehen Sie im Beitrag, wie die Patientin im Laufe der Behandlung ihren Beruf weiterhin ausüben konnte.
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Progressionsfreiheit hält bei Patientin über mindestens 14 Monate an
April 2022: In der interdisziplinären Tumorkonferenz fiel die Entscheidung für die Therapie mit Abemaciclib plus Letrozol.
August 2022: Das Re-Staging nach 4 Monaten bestätigte die Therapiewahl: In der bildgebenden Untersuchung waren die Lungenfiliae nicht mehr nachweisbar (Abb. 2). Seither (bis Juni 2023) gab es keinen Hinweis auf eine Fernmetastasierung mehr. Zudem bildete sich das Lokalrezidiv klinisch und in der Bildgebung sowohl in der Brust als auch in den axillären Lymphknoten vollständig zurück.
Juni 2023: Auch in der letzten Untersuchung nach über 14-monatiger Behandlung waren keine Fernmetastasen erkennbar, die Verträglichkeit war weiterhin gut.

Abbildung: Computertomografische Aufnahme des Thorax/Abdomens der Patientin. a) im April 2022, Lokalrezidiv und pulmonale Filiae eines Mammakarzinoms. b) im August 2022 nach 4-monatiger Therapie mit Abemaciclib plus Letrozol, Lungenfiliae nicht mehr nachweisbar.
Gute Verträglichkeit erlaubt berufliche Tätigkeit
Als einzige unerwünschte Nebenwirkung trat eine milde Hämatotoxizität auf, wobei Grad 1 nicht überschritten wurde:
- Absolute Neutrophilenzahl: minimal 1.700/mm3
- Hämoglobin-Wert: minimal 11,2 g/dl
Während der Therapie waren weder Dosisanpassungen noch -unterbrechungen erforderlich. Hierdurch war die Patientin über den gesamten Behandlungszeitraum hinweg berufstätig und konnte ihre anspruchsvolle Tätigkeit als Kodierkraft weiterführen.
Beurteilung des Falls von Prof. Kolberg
Die Entscheidung der Tumorkonferenz steht im Einklang mit den Ergebnissen der MONARCH-3-Studie: Diese untersuchte die Therapie mit Abemaciclib plus nicht-steroidalem Aromatasehemmer (nsAI) vs. Placebo plus nsAI bei 493 postmenopausalen Frauen, die zuvor keine Behandlung des fortgeschrittenen HR+, HER2- Mammakarzinoms erhalten hatten.2
Ihren primären Endpunkt hat die Studie klar erreicht: Die Hinzunahme von Abemaciclib zur endokrinen Therapie führte im medianen progressionfreien Überleben (PFS) zu einer signifikanten Verbesserung von 13,4 Monaten (28,2 vs. 14,8 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,535; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,429-0,668); p < 0,0001).
Die finalen OS-Daten der MONARCH-3-Studie wurden im Dezember 2023 auf dem SABCS präsentiert: Unter der Therapie mit Abemaciclib plus nsAI wurde ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 66,8 Monaten erreicht. Obwohl die Schwelle der statistischen Signifikanz nicht erreicht wurde, fand sich ein numerischer Vorteil von 13,1 Monaten verglichen mit Placebo plus nsAI (66,8 vs. 53,7 Monate; HR 0,804; 95 %-KI 0,637-1,015; p = 0,0664).3
Mehr zur finalen OS-Analyse hier
Ein Fall von Prof. Dr. Hans-Christian Kolberg
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Brust- und Gynäkologisches Krebszentrum, Marienhospital Bottrop
* Abemaciclib ist angezeigt zur Behandlung von Frauen mit HR+, HER2- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder bei Frauen mit vorangegangener endokriner Therapie. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten kombiniert werden.1
- Fachinformation Verzenios®, aktueller Stand.
- Goetz MP et al. MONARCH 3: Abemaciclib As Initial Therapy for Advanced Breast Cancer. J Clin Oncol. 2017;35(32):3638-3646.
- Goetz MP et al. MONARCH 3: Final overall survival results of abemaciclib plus a nonsteroidal aromatase inhibitor as first-line therapy for HR+, HER2- advanced breast cancer. SABCS, 5-9. Dezember 2023.
PP-AL-DE-2413