Abemaciclib: Wann ist die Dosisreduktion sinnvoll?
Dosisreduktion unter der CDK4&6i-Therapie: Wie häufig kommt es vor und wird dadurch der Therapieerfolg beeinträchtigt?
Empfohlene Dosis beträgt 150 mg 2x täglich
Die Behandlung mit Abemaciclib in Kombination mit einer ET sollte beim frühen Hormonrezeptor-positivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) Brustkrebs (eBC) ohne Unterbrechung für 2 Jahre erfolgen – oder bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder dem Auftreten einer nicht-akzeptablen Toxizität.1
Basis für die Zulassung waren die Ergebnisse der Kohorte 1b der Phase-III-Studie monarchE, die 5.120 Patient:innen mit HR+, HER2- eBC und hohem Rezidivrisiko# einschloss.2
Die 5-Jahresdaten der monarchE-Studie belegten innerhalb der ersten 5 Jahre eine Reduktion des relativen Risikos für ein IDFSc-Ereignis um ca. 33 %. Der absolute Benefit durch Abemaciclib plus ET gegenüber ET allein betrug 7,9 % (Hazard Ratio [HR] 0,670; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,588-0,764; p < 0,001).3
c Überleben ohne Auftreten einer invasiven Erkrankung
Mögliche Nebenwirkungen unter Abemaciclib
Das Verträglichkeitsprofil unter der Therapie mit Abemaciclib blieb auch beim 5-Jahres-Update unverändert: Die häufigste Nebenwirkung war Diarrhoe, welche in der Regel niedriggradig (Grad 1-2), passager und gut mit Loperamid handhabbar ist.1-3 Bestimmte Nebenwirkungen können jedoch eine Dosisunterbrechung und/oder -reduktion erforderlich machen:1
- Diarrhoe
- Hämatologische Toxizitäten
- Anstieg der Aminotransferasen
- Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis
- Venöse thromboembolische Ereignisse
- Sonstige nicht-hämatologische Toxizitäten
Die erste Dosisanpassung sollte von 150 mg auf 100 mg 2x täglich erfolgen, die zweite Anpassung von 100 auf 50 mg 2x täglich. Weitere Informationen zum genauen Vorgehen entnehmen Sie bitte der aktuellen Fachinformation.1
Dosisreduktionen ermöglichen Weiterführung der Therapie
Haben diese Dosisreduktionen einen Effekt auf die Wirksamkeit von Abemaciclib? Hierzu wurden im Rahmen des 5-Jahres-Updates Daten vorgestellt:4
- Von insgesamt 2.791 Patient:innen, die mit Abemaciclib behandelt wurden, hatten 30 % (n = 832) eine und 14 % (n = 389) zwei Dosisreduktionen.
- Ältere Patient:innen (≥ 64 Jahre) oder welche mit mindestens 4 vorbestehenden Komorbiditäten hatten einen höhere Wahrscheinlichkeit für Dosisreduktionen.
Eine Reduktion der Dosis (von 150 mg auf 100 mg und 50 mg) hatte in der Kohorte 1b keine Auswirkungen auf die Effektivität (HR 0,899; 95 %-KI 0,781-1,125). Die 4-Jahres-IDFSc-Raten waren konsistent über die 3 relativen Dosisintensitäten hinweg:4
- ➔ 87,2 % (rel. Dosisintensität ≤ 66 %) vs. 86,1 % (66-93 %) vs. 83,1 % (≥ 93 %)
Die Dosisanpassung stellt somit für Patient:innen, bei denen die Abemaciclib-Dosis reduziert werden muss, eine wirksame Möglichkeit für die Fortführung der Therapie dar.4
eCME beim eBC: Wie mit Nebenwirkungen umgehen?
Neben einer Dosisreduktion gibt es weitere Maßnahmen, die die Fortführung der Therapie ermöglichen und wodurch Therapieabbrüche vermieden werden können. Zum differenzierten Umgang mit Nebenwirkungen wie Diarrhoe aber auch Neutropenie haben Expert:innen wie z. B. Prof. Dr. med. Diana Lüftner, Buckow, und Prof. Dr. med. Tjoung-Won-Park-Simon, Hannover, ein zertifiziertes Online-Fortbildungsprogramm (eCME) erstellt.
Für den Abschluss des Online-Fortbildungsprogramms erhalten Sie ab 7 richtigen Antworten im Abschlusstest 2 CME-Punkte (gültig bis 01.03.2025):
Hier zum Lernmodul
Themenreihe „Nebenwirkungen bei Brustkrebs“
Einen Überblick zu den Nebenwirkungen, die im Laufe einer Brustkrebstherapie auftreten können, erhalten Sie zudem in den folgenden Beiträgen:
Teil 1: Fatigue: 5 mögliche Wege aus der Erschöpfung
Teil 2: Diarrhoe behandeln & Therapieabbrüche vorbeugen
Teil 3: Neutropenie bei CDK4 & 6i: Zahlen, Daten und Fakten beim mBC
Teil 4: Lebertoxizität ist nicht gleich Lebertoxizität
a Abemaciclib (Verzenios®) ist in Kombination mit einer endokrinen Therapie angezeigt für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HR+, HER2- nodal-positivem Brustkrebs im frühen Stadium mit einem hohen Rezidivrisiko#. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Aromatasehemmer-Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden.1
b Die ITT-Population in der monarchE Studie bestand aus Kohorte 1 (n = 5.120) und Kohorte 2 (n = 517). Die Zulassung wurde basierend auf Kohorte 1 erteilt. Einschlusskriterien der Kohorte 2 waren 1-3 positive axilläre Lymphknoten und alle der folgenden Kriterien: Tumorgröße < 5 cm, histologischer Grad < 3 und zentral getesteter Ki-67-Index ≥ 20 %.
c Überleben ohne Auftreten einer invasiven Erkrankung
# Hohes Rezidivrisiko definiert als ≥ 4 positive axilläre Lymphknoten oder 1-3 positive axilläre Lymphknoten und mind. eins der folgenden Kriterien: Tumorgröße ≥ 5 cm oder histologischer Grad 3.1
- Fachinformation Verzenios®, aktueller Stand.
- Johnston SRD et al. Abemaciclib Combined With Endocrine Therapy for the Adjuvant Treatment of HR+, HER2-, Node-Positive, High-Risk, Early Breast Cancer (monarchE). J Clin Oncol. 2020;38(34):3987-3998.
- Rastogi P et al. Adjuvant Abemaciclib Plus Endocrine Therapy for Hormone Receptor-Positive, Human Epidermal Growth Factor Receptor 2-Negative, High-Risk Early Breast Cancer: Results From a Preplanned monarchE Overall Survival Interim Analysis, Including 5-Year Efficacy Outcomes. J Clin Oncol. 2024;42(9):987-993.
- Goetz MP et al. Impact of dose reductions on adjuvant abemaciclib efficacy for patients with high-risk early breast cancer: analyses from the monarchE study. npj Breast Cancer. 2024;10(1):34.
PP-ON-DE-2424