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Gezielte Therapieoptionen haben deutliche Verbesserungen in der Behandlung des frühen und des fortgeschrittenen Mammakarzinoms ermöglicht, so Prof. Marc Thill, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt a. M. Um den hohen Nutzen dieser Optionen dauerhaft gewährleisten zu können, müssen ihre Nebenwirkungen bekannt sein und möglichst gut gehandhabt werden.
Diese können sich selbst innerhalb einer Substanzgruppe deutlich unterscheiden, erläutert PD Dr. Rachel Würstlein, Leitende Oberärztin am Brustzentrum des Klinikums der LMU München. So stünden bei den verfügbaren CDK4 & 6 Inhibitoren neben Neutropenie und Fatigue teilweise auch kardiale Nebenwirkungen oder wie bei Abemaciclib (Verzenios®)a,1 eine in der Regel gut beherrschbare Diarrhö im Vordergrund. Bei Fatigue sei es wichtig,
Ein wesentliches Risiko bei den in den letzten Jahren zugelassenen Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten ist Dr. Würstlein zufolge eine Pneumonitis, die bei Fieber oder lungentypischen Beschwerden umgehend per CT abgeklärt werden sollte.
Dieses Pneumonitis-Risiko bestehe auch beim Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren, wobei hier selbst Monate nach dem Absetzen noch Entzündungen anderer Organe möglich seien. Dies mache auch im ambulanten Bereich ein kontinuierliches Monitoring erforderlich.
Bei den in den letzten Jahren zugelassenen PARP-Inhibitoren stünden v. a. Diarrhöen und Blutbild-Veränderungen im Vordergrund, wobei es wichtig sei, die Therapie durch eine gezielte Anpassung der Dosierung fortsetzen zu können.
Wünschenswert wäre es, bei der Aufklärung zum Management von Nebenwirkungen auch Pflegekräfte und junge ärztliche Kolleg:innen einzubeziehen. Genauso essenziell sei es, die Patient:innen selbst gut zu beobachten, um eigene Erfahrungen zu sammeln.
Eine zunehmend wichtige Rolle spielen Dr. Würstlein zufolge auch neue Medien wie Apps, die Informationen für das pflegerische und ärztliche Fachpersonal sowie für Patient:innen bereitstellen. Ein Beispiel ist die von Dr. Würstlein mitentwickelte Sidekick-App, die Patient:innen mit frühem Brustkrebs in den ersten 12 Wochen einer Abemaciclib-Behandlung zusätzlich unterstützen soll.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Nebenwirkungsmanagement sei die Erwartungshaltung der Brustkrebs-Patient:innen, erläutert die Expertin. Während in der Adjuvanz aufgrund der Heilungschance deutlich stärkere Nebenwirkungen toleriert würden, stünde im palliativen Setting v. a. die Symptomkontrolle und damit die Lebensqualität im Vordergrund. Einen Überblick, was Patient:innen bei der Therapie wichtig ist, erhalten Sie hier.
Hören Sie sich die vollständige Podcast-Folge hier an:
Themenreihe „Nebenwirkungen bei Brustkrebs“
Einen Überblick zu den Nebenwirkungen, die im Laufe einer Brustkrebstherapie auftreten können, erhalten Sie zudem in den folgenden Beiträgen:
Teil 1: Fatigue: 5 mögliche Wege aus der Erschöpfung
Teil 2: Diarrhoe behandeln & Therapieabbrüche vorbeugen
Teil 3: Neutropenie bei CDK4 & 6i: Zahlen, Daten und Fakten beim mBC
a Abemaciclib (Verzenios®) ist in Kombination mit einer endokrinen Therapie angezeigt für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HR+, HER2- nodal-positivem Brustkrebs im frühen Stadium mit einem hohen Rezidivrisiko#. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Aromatasehemmer-Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden. Abemaciclib ist angezeigt zur Behandlung von Frauen mit HR+, HER2- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder bei Frauen mit vorangegangener endokriner Therapie.1
# Hohes Rezidivrisiko definiert als ≥ 4 positive axilläre Lymphknoten oder 1-3 positive axilläre Lymphknoten und mind. eines der folgenden Kriterien: Tumorgröße ≥ 5 cm oder histologischer Grad 3.
PP-ON-DE-2322