Nodalstatus: Wie stark beeinflusst er das Rezidivrisiko?

Wie stark variiert das Rezidivrisiko je nach Nodalstatus & Tumorgrad/-größe? Eine neue Analyse von Gesundheitsdaten zeigt das Risiko in der Praxis auf.

Rezidivrisiko anhand des Lymphknotenbefalls evaluieren

Laut S3-Leitlinie tragen v. a. folgende Faktoren zu einem erhöhten Rezidivrisiko bei:1

Doch welchen Unterschied macht es, wie viele Lymphknoten befallen sind und welche Risikofaktoren zudem vorhanden sind? In einer neuen Real-World-Analyse wurde untersucht, wie sich das Rezidivrisiko zwischen Patient:innen mit diesen und ohne diese Risikofaktoren unterscheidet.2

Dazu wurden die Gesundheitsdaten von 4.658 erwachsenen Patient:innen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) eBC evaluiert, die bereits ≥ 6 Monate eine adjuvante endokrine Therapie (ET) erhielten.2

Anhand der Risikofaktoren wurden die Patient:innen in 2 Hauptgruppen sowie mehreren Subgruppen eingeteilt:2

Um Vergleiche zwischen den Gruppen hinsichtlich des Rezidivrisikos zu ziehen, wurden die 5-Jahres-Daten für das Überleben ohne Auftreten einer invasiven Erkrankung (invasive disease-free survival, IDFS) evaluiert.2

Details zum Studiendesign2

Hochrisiko-Charakteristika erhöhen das Rezidivrisiko stark

Im IDFS-Vergleich zeigte sich, dass Patient:innen in der Hochrisikogruppe ein mehr als 3-fach erhöhtes Rezidivrisiko gegenüber der Nicht-Hochrisikogruppe hatte: 71 % vs. 91 % (adjustierte Hazard Ratio [HR] 3,25; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,62-4,03; p < 0,0001). Auch in den einzelnen Subgruppen (N1-HR, N2 und N3) war das Rezidivrisiko mindestens 2,7-fach erhöht im Vergleich zu Patient:innen ohne Hochrisiko-Charakteristika (p < 0,0001).2

Doch wie unterschieden sich Patient:innen, bei denen 1-3 Lymphknoten befallen waren, je nachdem ob weitere Risikofaktoren vorlagen oder nicht? Bei denjenigen, die zudem eine Tumorgröße ≥ 5 cm und/oder Grad 3 aufwiesen (N1-HR), zeigte sich ein 2,2-fach erhöhtes Rezidivrisiko im Vergleich zur N1-LR-Subgruppe (74 % vs. 89 %; adjustierte HR 2,18; 95 %-KI 1,45-3,29; p < 0,0001).2

Was bedeuten die Ergebnisse für die Praxis?

Die Real-World-Daten zeigen auf, dass nodal-positive Patient:innen im Vergleich zu nodal-negativen Patient:innen ein höheres Rezidivrisiko haben und somit von einer intensivierten Therapie mit CDK4/6-Inhibitoren profitieren könnten. In die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung sollte stets das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Patient:innen und die benötigten Ressourcen seitens der betreuenden Ärzt:innen miteinbezogen werden.2

Real-World-Analyse bestätigt Einschlusskriterien2

Seit April 2022 ist Abemacicliba in Kombination mit einer ET für die adjuvante Behandlung beim nodal-positiven HR+, HER2- eBC mit hohem Rezidivrisiko# zugelassen.3

Die Analyse der Real-World-Daten bestätigt, dass die Einschlusskriterien für die Kohorte 1b der Zulassungsstudie monarchE (1-3 befallene Lymphknoten und Tumorgröße ≥ 5 cm bzw. Grad 3 oder ≥ 4 befallene Lymphknoten) auf ein hohes Rezidivrisiko hinweisen.4

Im Vergleich zu Patient:innen mit 1-3 befallenen Lymphknoten ohne die aufgeführten Hochrisikomerkmale war die Rezidivrate bei Patient:innen mit diesen Hochrisikomerkmalen doppelt so hoch. Die endokrin-basierte Therapie mit Abemaciclib kann somit für Patient:innen mit nodal-positivem HR+, HER2- eBC und hohem Rezidivrisiko# eine Option sein.2-4

Mehr zu monarchE hier

eBC-Fall mit 37-jähriger Patientin

a Abemaciclib (Verzenios®) ist in Kombination mit einer endokrinen Therapie angezeigt für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HR+, HER2- nodal-positivem Brustkrebs im frühen Stadium mit einem hohen Rezidivrisiko#. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Aromatasehemmer-Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden.3
# Hohes Rezidivrisiko definiert als ≥ 4 positive axilläre Lymphknoten oder 1-3 positive axilläre Lymphknoten und mind. eines der folgenden Kriterien: Tumorgröße ≥ 5cm oder histologischer Grad 3.3
b Die ITT-Population in der monarchE Studie bestand aus Kohorte 1 (n = 5.120) und Kohorte 2 (n = 517). Die Zulassung wurde basierend auf Kohorte 1 erteilt. Einschlusskriterien der Kohorte 2 waren 1-3 positive axilläre Lymphknoten und alle der folgenden Kriterien: Tumorgröße < 5 cm, histologischer Grad < 3 und zentral getesteter Ki-67-Index ≥ 20 %.4


Quelle

  1. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Stand Juni 2021. AWMF-Reg.-Nr. 032-045OL, unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OLl_S3_Mammakarzinom_2021-07.pdf (zuletzt abgerufen am 13.02.2025).
  2. Tolaney SM et al. P1-11-02: Real-world Risk of Recurrence by Nodal Status in Patients with HR+, HER2-, Node-positive, High-risk Early Breast Cancer. SABCS 10.-14. Dezember 2024.
  3. Fachinformation Verzenios®, aktueller Stand.
  4. Johnston SRD et al. Abemaciclib Combined With Endocrine Therapy for the Adjuvant Treatment of HR+, HER2-, Node-Positive, High-Risk, Early Breast Cancer (monarchE). J Clin Oncol. 2020;38(34):3987-3998.

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