Obgleich medizinischer Cannabis in den USA in der Gesetzgebung vieler Bundesstaaten für die komplementäre Onkologie indiziert ist, gibt es bisher keine oder nur sehr wenige Studien, die dies auch wissenschaftlich untermauern würden – ein unvernebelter Blick über den großen Teich.
Deutsche, österreichische und schweizerische Fachgesellschaften haben vor wenigen Wochen eine S3-Leitlinie zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) publiziert. Darin sind spezifische Empfehlungen so klar formuliert, wie es angesichts verschiedener Subgruppen von Patienten mit unterschiedlichen klinischen Profilen möglich ist.
Wie eine kürzlich veröffentlichte Vergleichsstudie zeigt, erlauben die zu Beginn des Jahres erschienenen überarbeiteten McDonald-Kriterien eine signifikant frühere Diagnosestellung der MS.
Betablocker gehören zu den Standardtherapeutika der systolischen Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF). Unklar ist jedoch, ab welcher LVEF Betablocker wirksam sind. Eine neue Metanalyse zeigt nun, dass die Mortalität bereits ab einer LVEF von unter 50 % signifikant reduziert wird.
Die diabetische Polyneuropathie (DPN) ist eine der häufigsten Diabeteskomplikationen. Dänische Wissenschaftler haben in einer Kohortenstudie untersucht, wann die DPN bei Typ-2-Diabetes auftritt und welche Risikofaktoren zur Manifestation beitragen.
Chronische funktionale Beschwerden im Gastrointestinaltrakt gehören mit einer Prävalenz von 13,5 % weltweit zu den häufigsten Diagnosen im Kindes- und Jugendalter. Sie stellen eine Ausschlussdiagnose dar, die keine spezifische Therapie nach sich zieht und von den hilfesuchenden Eltern der Patienten oft als unbefriedigend erlebt wird.
Sollte bei Patienten mit rheumatoider Arthritis von einem aggressiveren Krankheitsverlauf ausgegangen, wenn Antikörper gegen ACPA nachweisbar sind? Mitnichten, zeigt eine Studie.
Bisher galt bei Blasenkrebs immer: Frauen haben eine höhere Mortalitätsrate als Männer. Warum das so ist, blieb jedoch unbekannt. Eine aktuelle Studie aus Norwegen bringt das alte Dogma nun ins Wanken und zeigt, dass Frauen lediglich in den ersten zwei Jahren nach Diagnosestellung eine schlechtere Prognose haben als Männer.
Die 'Rotterdam-Studie' zeigt an 4.213 älteren Erwachsenen einen Zusammenhang zwischen höherem Hirngewebe-Volumen und einer Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Fisch und Nüssen ist.
Eine neue Studie bescheinigt Apixaban eine Gleichwertigkeit zu traditionellen Vitamin-K-Antagonisten während einer Katheterablation. Schlaganfälle und Blutungsereignisse traten gleich häufig auf. Wichtiger Nebenbefund: Nach der Ablation verbesserte sich die kognitive Leistung der Patienten.
Schätzungsweise leiden weltweit 148 Millionen Muslime an Typ-2-Diabetes – die meisten halten sich an die Fastenregeln des Ramadan. Die neue Substanzgruppe der SGLT2-Inhibitoren könnte hier Probleme machen, da die Substanzen durch ihren Wirkmechanismus möglicherweise das Risiko für Dehydration und Hypoglykämien erhöhen.
Eine neue klinische Studie zeigte unlängst, dass Abirateron, wenn es zusammen mit einem fettarmen Frühstück verabreicht wird, auch bei geringerer Dosierung noch wirksam ist. Hat die Anweisung, Abirateron auf nüchternen Magen zu nehmen, somit bald ausgedient?
Bei Patienten mit akutem Apoplex bei Verschluss großer zerebraler Gefäße führte Tenecteplase i. v. innerhalb der ersten 4,5 h zu einer höheren Reperfusionsrate vor Thrombektomie als die derzeitige Standardtherapie mit Alteplase i. v.
Rund 1700 Patienten mit kongenitalem Long-QT-Syndrom wurden in einem italienischen Register über mehrere Jahre lang beobachtet. Ergebnis: Neue Risikocharts und Nadolol als Mittel der ersten Wahl.
Der Gestationsdiabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in der Schwangerschaft und bedroht sowohl die Gesundheit der Mutter als auch des Kindes. Ein möglicher Risikofaktor könnte eine besonders frühe Menarche sein, wie die Ergebnisse einer Metaanalyse aus China jetzt nahelegen.
Erreicht die Behandlung von Hepatitis-C-Patienten mit direkt wirkenden DAA ein anhaltendes virologisches Ansprechen, so reduziert die Therapie das Risiko, ein hepatozelluläres Karzinom zu entwickeln um 76 % im Vergleich zu Patienten, bei denen sich kein virologisches Ansprechen eingestellt hat.
63% nach fünf Jahren in Remission und weitere 16% mit niedriger Krankheitsaktivität: Daten aus den Niederlanden zeigen, dass sich bei Patienten mit früher RA mit einer genau festgelegten Treat-to-Target-Strategie auch unter den Bedingungen der täglichen Praxis gute Langzeitergebnisse erzielen lassen.
Die historische Entwicklung der CED-Konzepte könnte dabei helfen, aktuelle Krankheitsmodelle zu bewerten und mögliche Ansätze für zukünftige Therapien zu identifizieren. Dieser Aufgabe hat sich jetzt eine Veröffentlichung im Swiss Medical Weekly unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse zu Mikrobiom, Epigenetik und Signalwegen bei CED angenommen.
Patienten mit axialer Psoriasis-Arthritis (AxPsA) sprechen nach Daten einer prospektiven offenen Pilotstudie besser auf Kortikosteroide an als Patienten mit Rückenschmerzen bei ankylosierender Spondylitis (AS). Dies stützt die zunehmend vorliegende Evidenz, dass es sich bei beiden um unterschiedliche Entitäten handelt.
In der Zweitlinien-Therapie des mRCC stehen mit Nivolumab und Cabozantinib seit Kurzem auch in Deutschland zwei neue Behandlungsalternativen zur Verfügung. Die randomisierte Phase-II-Studie CABOSUN zeigte nun zusätzlich auch eine Überlegenheit von Cabozantinib gegenüber Sunitinib in der Erstlinie des mRCC.